Rieneck
blickt auf eine lange, jahrhundertealte, wechselvolle und
traditionsreiche Geschichte
zurück. Herrliche Fachwerkhäuser, Flurdenkmäler, Bildstöcke
und das Wahrzeichen Rienecks, die Grafenburg, sind Zeugen
dieser Vergangenheit.
Das
Städtchen wird unter anderem Namen erstmals im Jahre 790
erwähnt. Seinen jetzigen Namen erhielt es von seinen ehemaligen
Herren, einem Grafengeschlecht,
das Beziehungen zum Gebiet des Mittelrheins hatte und von
dort den Namen eines ausgestorbenen Geschlechts übernahm.
Der Name weist deutlich auf die geographische Herkunft hin.
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde über dem Ufer der
Sinn eine Burg
errichtet, und damit erweiterte sich auch die
Siedlung, die seit 7. Juni 1311 dann auch als "Oppidum"
= Stadt bezeichnet wird.
Mit
dem Umbau des Castells zu einer deutschen Ritterburg
anno 1168 erhielt Graf Ludwig von Rieneck die Grafschaft
im Spessart.
Nach leidvollen Jahren der Kriege - Bauernkrieg, 30-jähriger
Krieg und Krankheiten wie die Pest, der annähernd 300 Menschen
zum Opfer fielen, Plünderung und Brandschatzungen folgte
ein unsägliches Elend. Rieneck hatte zu der Zeit viele Untertanen,
Güter und Häuser verloren. 1640 zählte die Stadt nur noch
260 Seelen. Das Grafengeschlecht, dessen Hauptort Lohr am
Main war, starb mit Graf Phillipp III. am 3. September 1559
aus.
Da
die Ehe des Grafen kinderlos blieb, gelangte Rieneck 1673
in den Besitz der Grafen von Nostitz. Die Burg wechselte
im Laufe der Jahre mehrmals den Besitzer. So lebte auch
eine Zeit der Schriftsteller und Dichter
Walter Bloem in seinem "weltentrückten Felsennest",
wie er die Burg zu nennen pflegte.
In der Burg ist heute in vorbildlich ausgestatteten Räumlichkeiten
der Bildungs- und Erholungswerk Burg Rieneck e.V. des Verbandes
der Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder untergebracht.
Sehenswert ist die in die 8 m dicken Mauern des "Dicken
Turms" eingebaute außergewöhnliche romanische Kapelle in
Kleeblattform. Ebenso ist Rieneck der Geburtsort der
Schriftsteller Friedrich und Anton Schnack.